Vortrag und Diskussion "From Soviet to West Pronto!" 10.09.2009


Summary by Michael Gallagher

 

On September 10, 2009, I hosted the first of nine presentations on Estonia’s transition. These events will take place once per month over the academic year, and this was the „kick off” event.

 

I had planned to discuss „what was wrong with the Soviet Union and what is right about us”. One of the most important things that was wrong about the Soviet Union is that people were not empowered to imagine their individual future separately from the Soviet system. We can do that now that we are independent again. But what kind of future do we want? How do we talk about it? Do we share common ideas, or is this a matter that will lead to conflict?

 

The best way to think about this is to do it in concrete terms --- to think about where we live. So I asked the group what they thought about Tartu. „What is Tartu?” Not just the physical place, but the idea of Tartu, including its history, and our hopes for the future. How would they describe the future that they want Tartu to have?

 

This produced a rather lively discussion, and lots of shared ideas. Many people agreed about the need to be secure and at home here. This means protecting our sense of safety and belonging. Other people talked about the importance of liberty in Tartu. Not just a formal sense of freedom, but a liberating sense that people can do what they want. These people thought of Tartu as a place that values differences among people. There were many other great ideas.

 

But at the end, I questioned whether these values are safe. I asked whether we have strong enough institutions to give the future that we want. This produced a lively discussion of how the city government and our communities might better connect.

 

Interesting.



Zusammenfassung von Michael Gallagher:


Am 10. September 2009 leitete ich das erste von neun Seminaren aus der Reihe "Where do we go from here?", die die Übergangsperiode Estlands zum Thema hat. Die Veranstaltung findet einmal monatlich statt.


Ich hatte geplant zu diskutieren, "was mit der Sowjetunion nicht stimmte und was bei uns richtig ist". Ein Fehler der Sowjetunion war, dass eine individuelle Zukunft, unabhängig vom Sowjetsystem, für die Menschen unvorstellbar war. Heute, da Estland unabhängig ist, ist dies möglich. Doch was für eine Zukunft wollen wir? Wie sprechen wir über die Zukunft? Teilen wir gemeinsame Ideen, oder wird dieses Thema zu Konflikten führen?


Am besten lässt sich dieses Thema besprechen, wenn man ein konkretes Bild vor Augen hat --- den Ort, wo wir leben. Also fragte ich die Gruppe, was für Vorstellungen sie von Tartu haben. "Was ist Tartu?" Nicht nur die Stadt an sich, sondern die Ideen und Vorstellungen, die sie mit Tartu und der Geschichte Tartus verbinden, und welche Hoffnungen sie für die Zukunft haben. Wie würden sie die Zukunft beschreiben, die sie für Tartu haben möchten?


Es kam zu einer lebhaften Diskussion und es stellte sich heraus, dass wir viele gemeinsame Vorstellungen haben. Viele stimmten zu, dass Tartu ein sicheres Zuhause für alle sein sollte. Das heisst, dass auch unser Verständnis von Sicherheit und unser Zugehörigkeitsgefühl geschützt werden sollte. Andere erwähnten, wie wichtig die Freiheit in Tartu ist. Freiheit nicht nur im formalen Sinne, sondern dass die Menschen auch das Gefühl haben, hier tun zu dürfen, was sie möchten. Die Teilnehmer an der Diskussion sahen Tartu als einen Ort, der Unterschiede zwischen den Menschen wertschätzt. Noch viele weitere gute Ideen wurden erwähnt.


Zuletzt stellte ich in Frage, ob diese Werte auch sicher seien. Ich fragte, ob unsere Institutionen stark genug sind, um die Zukunft zu sichern, die wir gerne möchten. Dies führte zu einer angeregten Diskussion, wie die Stadtverwaltung und unser Gemeinwesen enger zusammenarbeiten könnten.


Kurz: Der Abend war interessant.