Begegnungsabend "Entdeckungsreisen": Kreis der Komi-Permjaken 16.04.2009

 

Am 16.April trafen sich ungefähr 40 Menschen, die sich für ein kleines Stück Land inmitten der Russischen Föderation interessieren - nämlich für die Komipermjakische Region nicht weit entfernt von Perm, der berühmten Industriestadt. Auf die diesmalige Entdeckungsreise hat uns der Etnologe Indrek Jääts vom Estnischen Nationalmuseum mitgenommen, der sich seit langem mit kleinen Völkern beschäftigt und im September 2008 mit Kameraleuten in der Region Material für eine Dokumentation gesammelt hat. Ebenso war das Vokalensemble Vaikuse Koosolek (Versammlung der Stille) zu Besuch, das mit eigenen Versionen von Runenliedern eine andächtige Stimmung geschaffen hat.   
Indrek Jääts konnte viel zu seinen Bildern erzählen. Die Situation dieses finno-ugrischen Volkes ist im Moment kompliziert und wir haben erfahren, wie es dazu kam und wie dies die Menschen beeinflusst hat. Einen anderen Blickwinkel hat uns das Ensemble vermittelt, das im Sommer in Perm bei einem Etnofutu-Festival aufgetreten ist und ein paar Wochen in der komipermjakischen Gegend herumgereist ist. Der Empfang bei den Leuten, die alle von Estland nicht nur gehört haben, sondern auch wissen, dass wir Sprachverwandte sind, soll herzlich gewesen sein und das Ensemble hilft auch seinerseits mit, den Komipermjaken zu helfen.

Die Entdeckungsreise hat diesmal eine Geschichte über ein Volk ohne Staat erzählt, welche das Publikum nachdenklich stimmte. Die schönen Wälder und Felder in der Komipermjakischen Region hören immer seltener junge Leute in ihrer eigenen Sprache singen, so wie Vaikuse Koosolek auf estnisch gesungen hat. Aber wir erzählen es weiter, dass erstens Muttersprache und zweitens alle Sprachen zu bewahren sind.