Eröffnung des Schiller-Gedenksteins in Helme 18.07.2009

Am 18. Juli wurde in Helme im Landkreis Valga ein Gedenkstein für den berühmten deutschen Dichter und Philosophen Friedrich von Schiller enthüllt. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit der Gemeinde Helme, des Deutschen Kulturinstituts Tartu und der Stiftung Wissenschaft und Kultur Domus Dorpatensis statt.  

Die Gutsherrin von Helme, Frau Elisabeth Dorothea von Gersdorf, die eine große Verehrerin Schillers und zugleich auch seine Jahrgängerin war, ließ ihm im Jahre 1805, nur einige Monate nach Schillers Tod, ein Denkmal errichten. Das Denkmal war ein neun Meter hoher Obelisk aus Granit. Auf dem Obelisken waren Schillers Geburts- und Sterbedatum eingraviert sowie ein Ausschnitt aus seinem Gedicht „Das Ideal und das Leben“. Anlässlich des 250. Geburtsjahres von Schiller wurde bei der Ordensburgruine von Helme in der Nähe des Originalstandortes des Denkmals ein Gedenkstein aufgestellt.  Neben dem Stein steht eine Hinweistafel auf Estnisch, Deutsch und Englisch, auf der zusätzliche Informationen zum Denkmal und zu Schiller zu lesen sind. Auch kann man dort sehen, wie der Obelisk höchstwahrscheinlich ausgesehen hat.  

Die Veranstaltung wurde vom Ensemble „Sillervo“ aus Helme mit dem Lied „Mu isamaa armas“ eröffnet. Danach kamen die Kulturhistorikerin Malle Salupere, die Büroleiterin der Stiftung Domus Dorpatensis Uta Kührt und der Gemeindevorsteher von Helme Tarmo Tamm zu Wort. Herr Tamm beendete seinen Beitrag mit dem Gedicht „Ma tean, et ma tulen kord jälle“ von Hando Runnel. Die Leiterin des Deutschen Kulturinstituts Tartu Malle Ploovits und die Gewinnerin des DKI Rezitationswettbewerbs Mariann Vissak trugen einige von Schillers Werken vor: die Gedichte „An die Freunde“, „Phantasie an Laura“ (auf deutsch) und die Ballade „Die Bürgschaft“. Karl Kuusik spielte auf der Tuba die „Ode an die Freude“, die Beethoven von Schillers Worten inspiriert geschrieben hatte. Von diesem Gedicht wurden auch einige Zeilen vorgetragen. Die Vortragenden trugen zeitgenössische Kostüme.   

Vor der Enthüllung des Gedenksteins übergab die Gemeinde Helme den Beteiligten Dankurkunden. Die Veranstaltung endete mit der Enthüllung des Gedenksteins und der Informationstafel zu den Klängen der „Ode an die Freude“.  

Anwesend waren sowohl Einwohner der Gemeinde Helme wie auch einige Freunde der deutschen Kultur. Mit der Veranstaltung begann der Festtag der Gemeinde Helme. 

Die Idee zu dem Gedenkstein entstand schon vor mehreren Jahren. Die Initiatoren waren der Vorsitzende des Vereins zur Förderung baltischer Baudenkmäler Nils Hollberg und die Kulturhistorikerin Malle Salupere. Frau Saluperes Nachforschungen ist es zu verdanken, dass wir heute wissen, dass das erste Denkmal für Schiller in Helme stand. Lange glaubte man, dass das Schiller-Denkmal in Puhtu (errichtet 1813) das erste gewesen sei. Frau Salupere aber fand die Reisebeschreibungen eines jungen Mannes durch Livland, in denen auch der Obelisk in Helme erwähnt wurde.  

Bereits im Jahre 2004 rief die Gemeinde Helme eine Ausschreibung aus, um Ideen zu sammeln, wie ein neues Denkmal aussehen könnte. Eine Idee war, ein dem Original nachempfundenes Denkmal in Form eines Obelisken zu errichten. Die Idee fand jedoch keine Unterstützung. Aus finanziellen Gründen konnte das Denkmal zu Schillers 200. Todestag (im Jahr 2005) nicht realisiert werden. Vorbereitungen zur Wiederherstellung des Denkmals waren aber bereits getroffen, was die Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Veranstaltung vereinfachte.

 

Das Gedenkstein-Projekt wurde von der Gemeinde Helme und der Familie von Gersdorf unterstützt.

 

Die Veranstaltung wurde auf Video aufgezeichnet. Bei Interesse können Sie den Film auf DVD im Domus ansehen. Über die Veranstaltung wurde auch in den Medien berichtet. Siehe hierzu die unten aufgeführten Links:

 

Nachricht im Radio 18.07.2009, 18:20 Uhr

Helmes mälestuskivi F. Schillerile (Gedenkstein für F. Schiller in Helme)

(es spricht Tarmo Tamm)

http://vikerraadio.err.ee/klipp?main_id=2418627&s=start

 

Ausschnitt aus der Nachrichtensendung „Aktuaalne kaamera“, 18.07.2009

http://uudised.err.ee/index.php?06171520

 

Artikel in der Zeitung Lõunaleht, 23.07.2009

http://www.lounaleht.ee/?l=327&n=3441&p=1